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Boxmeeting (Sa 4.11.17) - Boxen mit Grips!

 

 

 

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"Mir si Mir — Illustre Anekdoten über die (Box) Familie Boxen zur Bildung"

(Pascal Brawand)

 

Prosa-poetisches, regelmässig erzählt von Giovito Russo:

1. Im Boxkeller:

Boxen zur Bildung befindet sich in einem Keller. In einem Wohnhaus befinden sich im Keller Gartenzubehör, Reisekoffer und Krempel, der schon lange nicht mehr gebraucht wird. Im Boxen ist der Keller der Inbegriff von Schweiss. Unser Boxkeller ist durch kleine Fenster mit Gittern (Foto) unter einer Rampe ersichtlich. Da sich eine Bundesbehörde im Gebäude befindet, lässt sich die Klapptüre nur von innen aufschliessen. Die Türe darf nicht offen bleiben, sonst geht der Alarm los. Bei Boxen zur Bildung angekommen, klopfst du am kleinen Gitterfenster bis jemand dich sieht und die Treppe hinauf rennt, um dir die Türe zu öffnen. Faust zu Faust als Boxergruss. Runter zum Keller ins Training.

von Giovito Russo

2. Kein Sport:

Boxen sei kein Sport: Gehirnschäden, Gewalt salonfähig gemacht und kein Wunder, habe Muhammad Ali Parkinson. Keine andere Disziplin ist mit Stereotypen behaftet wie Boxen. Für uns BoxerInnen ist es ein zwiespältiges Thema. Einerseits schimpfen vor allem die über das Faustgefecht, die den Ring höchstens vom Fernsehen kennen, anderseits lässt sich nicht leugnen, dass harte Schläge gefährlich sind. Prallt das Gehirn auf den Schädelknochen, entstehen kleine Schockzustände bis zum grossen Schock, dem KO.

Bei Boxen zur Bildung wartest du nicht auf den Stopp des Trainers, der / die bessere oder erfahrene BoxerIn nimmt sich zurück. Der / Die Gegnerin willst du nur im Ring bezwingen, in der Garderobe sind wir wieder die besten Freunde. Gegeneinander zu kämpfen verbindet.

Schläge auf Kopf, Rippen oder Niere lassen sich jedoch nicht ganz vermeiden. Das gehört zum Sport. Als Jugendlicher war ich beim Fussball öfter verletzt. Da spricht aber niemand davon, die Sportart zu verbieten. Und nein: wir wollen nicht den Gegner KO schlagen. Es geht beim Boxen darum, die Angst zu bezwingen, und wie im Leben zu kämpfen.

von Giovito Russo

 

 

3. KO:

Wenn du kämpfst, willst du gewinnen. Klar gewinnen heisst beim Boxen, den Gegner Knock Out zu schlagen. Beim technischen KO ist der Gegner/ die Gegnerin unfähig, den Kampf fort zu führen, beim eigentlichen KO geht er/ sie auf die Bretter und wird bis zehn angezählt. Sieht der Ringrichter ihn/ sie als kampfunfähig, steht der Sieg per KO fest.
Auch im Training gibt es immer jemand, der stärker ist, der dich richtig trifft. Emotionen kommen hoch, du willst dich wehren, den Gegner/ die Gegnerin auch hart treffen. Idealerweise kannst du mit der Zeit und viel Training die Emotionen kanalisieren, brauchst dich nicht bei jedem Schlag zu beweisen. Trotzdem willst du gewinnen. Ein Sieg könnte bedeuten, innerhalb deiner Möglichkeiten gegen jeden anzutreten, dem Schwächeren zu helfen, die Schläge des Stärkeren anzunehmen. Ein KO kann eine Wiedergeburt sein:   


 

 

 

Ein Atemzug

 

 

 

durchdringt mich. Am Boden

 

 

 

lächle ich, glücklich um einen Augenblick

 

 

 

Frieden. Ich sehe

 

 

 

die Lichter

 

 

 

der Decke, fühle

 

 

 

seine und meine

 

 

 

Schläge.

 

 

 

Ich koste wieder

 

 

 

von meinem Blut

 

 

 

im Mund.

 

 

 

 

 

 

 

Giovito Russo
Gedicht „È pugile / Er ist Boxer“, aus: „ABC“, giovito.ch.

 

 

 

 

4. Der Boxer und die Müdigkeit:

Wer hat sich nicht schon gefragt: Gehe ich heute ins Training oder nicht? Zu müde, zu wenig Schlaf, zu viel Arbeit, etwas krank, keine Lust: Die Gründe, das Schwitzen sein zu lassen, sind vielfältig. Dann überwinde ich den "inneren Sauhund" und gehe trotzdem hin. Schwatz mit Boxerinnen und Boxern, dann auf die Matte: aufwärmen, Boxschule und Sparring. Meistens fühle ich mich nach der Dusche besser und bin froh, ins Training gegangen zu sein. Boxen gehört zum Leben, solange ich es ausüben kann. Es spielt keine Rolle, wie oft ich trainiere, in welcher Stärkeklasse ich kämpfe oder wie lange ich pausieren muss: einmal Boxer, immer Boxer! Das wird wohl auch gelten, wenn ich nur noch neben dem Ring stehen werde.

 

 

 

Giovito Russo
Februar 2017

5. Fit

Gesund, jugendlich, fit – unsere Lebensweise hat einen Kult daraus gemacht. Die anderen sollen was ändern, damit diesem Ideal entsprochen werden kann. Das verursacht Stress in allen Lebensbereichen. Eltern sollen nicht nur erziehen, sondern Kumpels sein, die am Sonntag immer was mit den Kindern unternehmen. In den Arbeitspausen soll gejoggt anstatt geraucht werden, im Sport soll ganzheitlich trainiert werden.
Und doch gibt es viele Menschen, die einfach nur froh sind, im Ring wie im Leben über die Runden zu kommen. Sie sind häufig krank oder haben ein chronisches Leiden, kommen ins Alter und „fit“ hat noch nie zu ihrem Vokabular gehört. Sie stellen sich den Veränderungen im Leben, akzeptieren sie und machen weiter.

 

Giovito Russo
April 2017

Kontakt & Lokalität:

BOXEN ZUR BILDUNG

Pascal Brawand

Güterstrasse 24/26

CH - 3008 Bern

Tel.: 031 332 16 71

info(at)boxenzurbildung.ch

 

Lageplan

 

Anreise

 

Wettkampf:

Es boxte:

 

Samstag 16. September 2017, Frauenfeld:

 

• Gabriel Santana Barreto siegt n. P. 2:1 über Saciri Sebastijan (Bosnien & Herzegowina)

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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